Bericht aus der Gemeinderatssitzung
Bericht aus der Gemeinderatssitzung am 23. Juni 2026
Einwohnerfragestunde
Es wurden keine Fragen von den anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner gestellt.
Verkehrsuntersuchung “Ortsmitte” – Umgestaltung “Hauptstraße/Schloßstraße” – Vergabe der Arbeiten
Der Gemeinderat hat sich bereits mehrfach mit der Umgestaltung der Ortsmitte befasst, zuletzt in der öffentlichen Sitzung am 22. April 2026. Damals wurde beschlossen, die notwendigen Arbeiten auszuschreiben.
Die Ausschreibungsunterlagen wurden Ende April an zehn geeignete Unternehmen versandt. Zur Submission am 2. Juni 2026 gingen fünf Angebote ein, die alle gewertet werden konnten. Das wirtschaftlichste Angebot stammt von der Firma Fischer GmbH Garten- und Landschaftsbau aus Kornwestheim mit einer geprüften Angebotssumme von 231.728,21 Euro brutto.
Während der Ausschreibungsphase wiesen die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen (SWBB) darauf hin, dass der vorhandene Überflurhydrant am Schloßplatz derzeit nicht mehr an das Wassernetz angeschlossen ist. Um seine Funktionsfähigkeit wiederherzustellen und den Brandschutz in der Ortsmitte sicherzustellen, muss die rund acht Meter lange Zuleitung erneuert und ein neuer Hydrant beschafft werden. Die Kosten für Lieferung und Anschluss durch die SWBB belaufen sich auf 10.115 Euro brutto. Die erforderlichen Tiefbauarbeiten werden im Rahmen der Baumaßnahme durch die Firma Fischer ausgeführt.
Darüber hinaus schlugen die SWBB vor, eine rund 30 Meter lange Wasserleitung in der Schloßstraße von DN 125 auf DN 150 zu vergrößern. Diese Maßnahme war bereits im Zusammenhang mit dem Nahwärmeausbau im Jahr 2017 diskutiert worden. Der Gemeinderat entschied nun, die Aufdimensionierung der Wasserleitung bei der geplanten Baumaßnahme umzusetzen. Die Kosten für den Tiefbau und die Verlegung der Wasserleitung liegen bei rd. 15.000 € brutto.
Die Kostenberechnung für die Umgestaltung hatte ursprünglich bei rund 209.400 Euro gelegen. Das nun beauftragte Angebot liegt damit um etwa 22.000 Euro über der ursprünglichen Schätzung. Für die Maßnahme stehen aus dem Haushaltsjahr 2025 übertragene Mittel in Höhe von 190.000 Euro zur Verfügung. Zusätzlich werden Fördermittel aus dem Landessanierungsprogramm in Höhe von 131.250 Euro erwartet. Der kommunale Eigenanteil wird auf Vorschlag des Bürgermeisters über LuKIF-Mittel finanziert.
Die Kosten für die Erneuerung des Überflurhydranten und der Aufdimensionierung der Wasserleitung werden über den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs „Versorgung“ gedeckt.
Der Gemeinderat beschloss mehrheitlich, die Firma Fischer GmbH Garten- und Landschaftsbau aus Kornwestheim mit der Umgestaltung des Bereichs Hauptstraße / Schloßstraße zum Angebotspreis von 231.728,21 Euro brutto zu beauftragen.
Freiwillige Feuerwehr Freudental / Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses
– Vergabe der Arbeiten
Der Gemeinderat hat sich bereits mehrfach mit der Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses befasst. Nachdem in der öffentlichen Sitzung am 25. März 2026 die Ausschreibung der Arbeiten beschlossen worden war, konnte nun das erste Vergabepaket beschlossen werden.
Für die verschiedenen Arbeiten wurden Angebote eingeholt und von den beauftragten Planungsbüros geprüft. Insgesamt liegen die Vergaben des ersten Bauabschnitts erfreulicherweise deutlich unter der aktuellen Kostenberechnung.
Den Auftrag für die Erd-, Kanal- und Rohbauarbeiten erhielt die Firma Rill aus Mundelsheim zum Angebotspreis von 166.117,31 Euro. Die Holzbau-, Fassaden- und Dacharbeiten werden von der Zimmerei Peter Heidler aus Freudental für 119.731,70 Euro ausgeführt. Mit den Flachdachabdichtungsarbeiten wurde die Firma Albert GmbH aus Walheim (6.835,17 Euro) beauftragt.
Die Lieferung und Montage der Sektionaltore übernimmt die Firma GfS Toranlagen aus Pleidelsheim zum Preis von 16.105,29 Euro. Die Aluminium-Eingangselemente und das Ganzglasvordach werden von der Firma Otterbach Metallbau aus Güglingen für 17.694,87 Euro ausgeführt. Die Schreinerarbeiten einschließlich eines HPL-Spritzschutzes übernimmt die Firma Jauß aus Sachsenheim zum Preis von 4.483,35 Euro.
Für die Heizungs- und Sanitärarbeiten erhielt die ortsansässige Firma Merkert den Auftrag zum Preis von 18.891,82 Euro. Die Elektroarbeiten wurden an die Firma Gronover aus Güglingen vergeben. Das wirtschaftlichste Angebot beläuft sich auf 28.315,11 Euro. Im Zuge der Baumaßnahme wird außerdem eine Photovoltaikanlage installiert.
Im Rahmen der Detailplanung wurden gemeinsam mit den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen auch die Wasserversorgung und die Hydrantensituation überprüft. Der notwendige Umbau des Übungshydranten wird im Zuge der Baumaßnahme umgesetzt. Eine ebenfalls vorgeschlagene Erneuerung einer bestehenden Wasserleitung wurde im Gemeinderat beraten, ist jedoch nicht Bestandteil der jetzt beschlossenen Vergaben.
Das erste Vergabepaket umfasst ein Auftragsvolumen von rund 424.000 Euro. Einschließlich der noch ausstehenden Gewerke und einer Reserve für Unvorhergesehenes werden derzeit Gesamtkosten von rund 748.000 Euro erwartet. Die bisher vergebenen Leistungen liegen rund 50.000 Euro unter der aktuellen Kostenberechnung.
Für die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses wurden bereits Fördermittel in Höhe von 396.000 Euro aus dem Ausgleichsstock und der Fachförderung bewilligt. Der verbleibende Eigenanteil der Gemeinde wird über LuKIF-Mittel sowie Haushaltsmittel finanziert.
Der Gemeinderat beschloss die Vergabe der ersten acht Gewerke mehrheitlich.
Mittelverwendung aus dem Sonderprogramm des Bundes nach Länder- und Kommunalinfrastrukturgesetz (LuKIFG)
Mit dem Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG) stellt der Bund den Ländern und Kommunen umfangreiche Mittel für Investitionen in die öffentliche Infrastruktur zur Verfügung. Die Gemeinde Freudental erhält aus diesem Programm insgesamt rund 1,75 Millionen Euro.
Die Fördermittel können für eine Vielzahl von Investitionsmaßnahmen eingesetzt werden, unter anderem in den Bereichen Bildung, Betreuung, Sport, Kultur, Verkehr, Energie oder kommunale Gebäude. Nicht förderfähig sind laufende Betriebs- und Personalkosten sowie Investitionen in gebührenfinanzierte Bereiche, wie die Wasser- und Abwasserversorgung.
Der Gemeinderat hat nun einstimmig beschlossen, zunächst Fördermittel in Höhe von insgesamt 890.000 Euro für bereits abgeschlossene, laufende oder konkret geplante Maßnahmen einzusetzen. Dadurch können aktuelle Projekte finanziell abgesichert und gleichzeitig die Liquidität der Gemeinde verbessert werden.
Vorgesehen ist die Verwendung der Mittel für den Umbau des Jugendraums im evangelischen Gemeindehaus zu einem zusätzlichen Kindergartengruppenraum (70.000 Euro), die Dachsanierung des Gebäudes Gartenstraße 1 (50.000 Euro), Sanierungsmaßnahmen in der Kindertagesstätte Taubenstraße (70.000 Euro), die Umgestaltung des Bereichs Hauptstraße/Schloßstraße (100.000 Euro), die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses (bis zu 350.000 Euro) sowie die geplante Sanierung des Kunstrasenspielfelds im Birkenwald (bis zu 250.000 Euro).
Damit ist etwas mehr als die Hälfte der insgesamt zur Verfügung stehenden Fördermittel verplant. Die verbleibenden rund 860.000 Euro sollen in den kommenden Jahren für weitere wichtige Infrastrukturmaßnahmen eingesetzt werden.
Im Rahmen eines Gemarkungsrundgangs im Mai 2026 hatte sich der Gemeinderat bereits einen Überblick über den Sanierungsbedarf an der Sporthalle, der Schönenberghalle und der Grundschule verschafft. Für die Sporthalle sollen unter anderem die Rauch- und Wärmeabzugsanlage sowie die Beleuchtung modernisiert werden. Auch für die Schönenberghalle und die Grundschule besteht weiterer Sanierungsbedarf, über den der Gemeinderat in den kommenden Monaten beraten wird. Die Verwaltung wurde beauftragt, die Planungen für diese Maßnahmen weiter voranzutreiben und entsprechende Beschlussvorlagen für die Haushaltsberatungen 2027 vorzubereiten.
Grundschule Freudental
Aufstellung eines Containers zur Schaffung von Schulraum
– Beschaffung
Aufgrund steigender Schülerzahlen benötigt die Grundschule ab dem kommenden Schuljahr 2026/2027 ein zusätzlichen Unterrichtsraum. Der Gemeinderat hatte daher bereits im April 2026 der Einreichung eines Bauantrags für die Aufstellung einer Containeranlage zugestimmt.
Der Bauantrag wurde inzwischen gemeinsam mit dem beauftragten Architekturbüro ausgearbeitet und beim Landratsamt eingereicht. Derzeit werden noch ergänzende Unterlagen nachgereicht. Mit der Baugenehmigung wird im Laufe des Julis gerechnet.
Für die Containeranlage liegen der Gemeinde sowohl ein Kauf- als auch ein Mietangebot vor. Der Bürgermeister sprach sich für den Kauf aus, da sich dieser gegenüber einer Anmietung bereits nach knapp fünf Jahren wirtschaftlich rechnet. Zudem ist derzeit nicht absehbar, wie lange der zusätzliche Schulraum benötigt wird. Auch unabhängig von der Klassenzahl besteht bereits heute ein zusätzlicher Raumbedarf, beispielsweise für die Ganztagesbetreuung.
Die Kosten für den Erwerb der Containeranlage einschließlich Anlieferung und Montage belaufen sich auf rund 105.000 Euro. Hinzu kommen rund 10.000 Euro für die notwendige Ausstattung mit Schulmobiliar, dessen Beschaffung der Gemeinderat zustimmte.
Damit die Container rechtzeitig zum Schuljahresbeginn Mitte September aufgestellt werden können, wurde die Verwaltung beauftragt, nach Vorliegen der Baugenehmigung den Auftrag erteilen zu können. Parallel wird ein weiteres Vergleichsangebot eines anderen Anbieters eingeholt.
Die Finanzierung des Kaufs der Containeranlage sowie der Möblierung soll über die LuKIF-Fördermittel erfolgen.
Bericht über die Prüfung der Jahresrechnung 2018 des Eigenbetriebs “Versorgung” – Stellungnahme
Der Gemeinderat wurde über den Prüfungsbericht zur Jahresrechnung 2018 des Eigenbetriebs „Versorgung“ informiert. Die überörtliche Prüfung wurde vom Landratsamt Ludwigsburg durchgeführt und der Gemeinde im Mai 2026 übermittelt.
Die Prüfung ergab keine wesentlichen Beanstandungen. Der Prüfungsbericht enthält lediglich einzelne Hinweise und Empfehlungen, insbesondere zu formalen Fristen bei der Aufstellung des Wirtschaftsplans und der Feststellung des Jahresabschlusses. Die Verwaltung erläuterte, dass sowohl bei den Jahresabschlüssen des Gemeindehaushalts als auch des Eigenbetriebs derzeit noch ein zeitlicher Rückstand besteht. Ziel ist es, innerhalb der nächsten zwei Jahre wieder die gesetzlichen Fristen einzuhalten.
Darüber hinaus wurden einzelne formale Punkte angesprochen, unter anderem die nachträgliche Dokumentation interner Darlehen sowie eine buchhalterische Zuordnung eines Zuschusses. Nach Aussage des Bürgermeisters haben diese Hinweise keine Auswirkungen auf das wirtschaftliche Ergebnis des Eigenbetriebs.
Der Gemeinderat nahm den Prüfungsbericht zur Jahresrechnung 2018 des Eigenbetriebs „Versorgung“ zur Kenntnis.
Erlass einer Satzung nach § 8 des Gesetzes über die Ladenöffnung in Baden-Württemberg (LadÖG)
– Verkaufsoffener Sonntag aus Anlass der Veranstaltung “Freudentaler Garagenflohmarkt” am 12.07.2026
Der Gemeinderat hat die Satzung über einen verkaufsoffenen Sonntag am 12.07.2026 in Freudental aus Anlass der Veranstaltung „Freudentaler Garagenflohmarkt erlassen.
Hinweis auf die öffentliche Bekanntmachung im Mitteilungsblatt KW 27/2026 am 26.06.2026.
Antrag auf Baugenehmigung: Elsbeerenring, Flst. 1014
Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage
– Erteilen des gemeindlichen Einvernehmens
Sachverhalt:
Der Gemeinderat hat das gemeindliche Einvernehmen für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage im Elsbeerenring erteilt.
Das Bauvorhaben entspricht grundsätzlich den Festsetzungen des Bebauungsplans. Das Grundstück liegt jedoch im Bereich eines in der Starkregengefahrenkarte ausgewiesenen Notwasserwegs. Dieser dient dazu, bei Starkregenereignissen einen ungehinderten Wasserabfluss sicherzustellen.
Die Bauherren planen im westlichen Grundstücksbereich die Errichtung einer Stützmauer. Da diese innerhalb des festgesetzten Pflanzstreifens liegt, ist hierfür eine Befreiung erforderlich. Der Gemeinderat stimmte dieser unter der Voraussetzung zu, dass die Funktionsfähigkeit des Notwasserwegs dauerhaft erhalten bleibt. Hierzu muss der Bereich zwischen der Stützmauer und dem westlich angrenzenden Nachbargrundstück auf einer Breite von 1,5 Metern dauerhaft frei von Abflusshindernissen bleiben. Die im Bebauungsplan vorgesehene Bepflanzung ist an anderer Stelle auf dem Grundstück nachzuweisen.
Der Beschluss erfolgte einstimmig.
Bekanntgaben nichtöffentlicher Beschlüsse
Der Bürgermeister gab bekannt, dass der im Rahmen des Erbbauvertrags für das Gebäude „Strombergstraße 14“ in 25 Jahren zu zahlende Ablösebetrag als Rentenanlage angelegt wurde und somit rechtzeitig zur Verfügung steht.
Bekanntgaben, Verschiedenes, Anfragen
Sachstand zum Glasfaserausbau
Bürgermeister Fleig informierte den Gemeinderat über den aktuellen Stand beim Glasfaserausbau. Er erinnerte dabei an die Beratungen aus der Gemeinderatssitzung im April. Die von der GVG angekündigte Rückmeldung bis Ende Mai blieb aus.
Daraufhin veröffentlichten die Bürgermeister der Gemeinden Freudental und Löchgau eine gemeinsame Pressemitteilung und teilten der GVG mit, dass die Gespräche aus Sicht der Gemeinden beendet sind. Die anschließende Reaktion der GVG fiel nach Angaben des Bürgermeisters lediglich kurz und ohne konkrete Aussagen zum weiteren Vorgehen aus.
Parallel dazu haben die Gemeinden gemeinsam mit dem Zweckverband Kreisbreitband das Gespräch mit der Telekom gesucht und die aktuelle Situation geschildert. Nach derzeitigem Stand besteht die Hoffnung, dass ein Glasfaserausbau ab dem Jahr 2028 realisiert werden könnte.
Geschwindigkeitsanzeiger
Der Gemeinderat beschloss, aufgrund der aktuellen Haushaltskonsolidierung derzeit keinen weiteren Geschwindigkeitsanzeiger zu beschafften. Der Bürgermeister hatte informiert, dass die Gemeinde derzeit nur ein funktionstüchtiges Gerät besitzt.
Vandalismus auf dem Friedhof
Bürgermeister Alexander Fleig informierte den Gemeinderat über wiederholte Fälle von Vandalismus auf dem Friedhof. Seit einiger Zeit gehen bei der Gemeindeverwaltung vermehrt Beschwerden ein, dass Blumen, Gestecke und andere Gegenstände von Gräbern entfernt oder beschädigt wurden.
Die Gemeinde hat inzwischen Anzeige erstattet. Die Polizei bittet jedoch darum, konkrete Vorfälle zu melden, um den Hinweisen gezielt nachgehen zu können. Der Bürgermeister appelliert daher an alle Bürgerinnen und Bürger, verdächtige Beobachtungen oder konkrete Vorfälle entweder der Gemeindeverwaltung oder direkt dem Polizeiposten Besigheim mitzuteilen.

