Bericht aus der Gemeinderatssitzung am 21. Oktober 2026

Einwohnerfragenstunde

Aus den Reihen der Bürgerschaft wurde nachgefragt, ob der Schutz der Linde in der Ortsmitte während der aktuell laufenden Baumaßnahmen gewährleistet sei. Bürgermeister Alexander Fleig konnte hierzu berichten, dass die Arbeiten bislang planmäßig verlaufen und auch der Schutz des Baumes sichergestellt werden konnte. Auf den Einbau kostenintensiver Baumschutzmaßnahmen konnte dabei verzichtet werden.

Sanierungsmaßnahme „Ortskern II“ – Sachstandsbericht für das Programmjahr 2027

Bürgermeister Alexander Fleig erläuterte, dass die Gemeinde Freudental im Jahr 2013 mit der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme „Ortskern II“ in das Landessanierungsprogramm aufgenommen wurde. Damals wurde eine Finanzhilfe in Höhe von 600.000 Euro bewilligt, was einem Förderrahmen von einer Million Euro entsprach. Aufgrund der positiven Entwicklung und der Umsetzung zahlreicher kommunaler und privater Maßnahmen wurde die Finanzhilfe im Laufe der Jahre auf insgesamt 2,75 Millionen Euro erhöht. Dies entspricht einem Förderrahmen von 4,5 Millionen Euro.

Der Bewilligungszeitraum wurde bereits zweimal verlängert und endet nun endgültig zum 31. Dezember 2026. Von den zuletzt noch verfügbaren Finanzhilfen in Höhe von rund 350.000 Euro beschloss der Gemeinderat, im Jahr 2026 die Dachsanierung des Gebäudes Gartenstraße 1 umzusetzen. Diese Maßnahme ist inzwischen abgeschlossen. Auch die derzeit laufenden Projekte zur Neugestaltung der Ortsmitte sowie zur Sanierung des Veranstaltungsraums im Bürgerhaus „Alte Kelter“ können noch über die Sanierungsmaßnahme abgerechnet werden.

Da es sich um den letzten Sachstandsbericht handelt, zog der Bürgermeister eine insgesamt sehr positive Bilanz der 13-jährigen Sanierungsmaßnahme. Im privaten Bereich wurden insgesamt 19 Maßnahmen mit Zuschüssen von bis zu 25.000 Euro unterstützt. Bei weiteren fünf privaten Maßnahmen wurden sogenannte Nullsummenvereinbarungen geschlossen, die den Eigentümern die Nutzung steuerlicher Vorteile ermöglichten.

Auch auf kommunaler Seite konnten zahlreiche wichtige Projekte realisiert werden. Dazu zählen die Sanierung des Rathauses und des Bürgerhauses, die Sanierung des Gebäudes Gartenstraße 1 sowie die Sanierung und der Erhalt des Mäuseturms. Ebenso wurde die energetische Sanierung der Kindertageseinrichtung Rosenweg gefördert. Darüber hinaus flossen Fördermittel in die Aufwertung öffentlicher Flächen und der Infrastruktur, darunter die Sanierung der Strombergstraße, die Schaffung von Parkplätzen in der Kirchstraße und die aktuell laufende Neugestaltung der Ortsmitte. Auch der Abbruch der Gebäude Hauptstraße 13 und Strombergstraße 14 konnte bezuschusst werden.

Zum Abschluss betonte Bürgermeister Alexander Fleig, dass die Gemeinde mit der Sanierungsmaßnahme „Ortskern II“ auf eine insgesamt sehr erfolgreiche Entwicklung der Ortsmitte zurückblicken könne. In den vergangenen 13 Jahren sei es gelungen, wichtige kommunale Gebäude zu erhalten, zu modernisieren und zukunftsfähig aufzustellen sowie zahlreiche private Eigentümer bei der Sanierung und dem Erhalt ihrer Gebäude zu unterstützen. Durch die Anschlüsse an das Nahwärmenetz sei zudem ein wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Wärmeversorgung geleistet worden.

Trotz der erheblichen finanziellen Herausforderungen für die Gemeinde haben sich die eingesetzten Fördermittel gelohnt. Die Sanierungsmaßnahme hat das Ortsbild nachhaltig aufgewertet, die Ortsmitte gestärkt und damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Entwicklung Freudentals geleistet.

Sanierungsmaßnahme „Ortskern II“ – Angebot über die Erstellung der Förderprogrammabrechnungen LSP sowie den Abschluss der Sanierung nach Baugesetzbuch

Der Gemeinderat beschloss, den Sanierungsträger STEG mit der Erstellung der verpflichtend vorgeschriebenen Abrechnung der Sanierungsmaßnahme zum Pauschalhonorar von 12.298,65 Euro brutto zu beauftragen. Die Abrechnung ist innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss der Sanierungsmaßnahme dem Land vorzulegen.

Darüber hinaus hatte die STEG optional die Erstellung einer Sanierungsdokumentation angeboten, in der die durchgeführten Maßnahmen textlich und bildlich festgehalten werden. Die Kosten hierfür belaufen sich auf pauschal 4.414,90 Euro brutto.

Der Gemeinderat und Bürgermeister Alexander Fleig waren sich einig, dass eine solche Dokumentation grundsätzlich wünschenswert wäre, um die Entwicklung und die Ergebnisse der Sanierungsmaßnahme festzuhalten. Angesichts der aktuellen Spar- und Konsolidierungsmaßnahmen wurde jedoch beschlossen, auf die kostenpflichtige Erstellung durch die STEG zu verzichten.

Stattdessen sollen die insgesamt 13 Sachstandsberichte, die bereits die wesentlichen Informationen zur Sanierungsmaßnahme enthalten, zusammengeführt und als zusammenfassende Dokumentation im Rathaus archiviert werden.

Aktuelle Themen im Nachgang zur Verkehrsschau 2026

In seiner Juli-Sitzung 2026 hatte sich der Gemeinderat ausführlich mit den Ergebnissen der Verkehrsschau befasst. Im Nachgang dazu ergaben sich weitere Klärungsbedarfe, zu denen die Verwaltung ergänzende Informationen eingeholt und Lösungsmöglichkeiten geprüft hatte.

Verkehrsberuhigter Bereich im Schlehen- und Holunderweg

Die Anwohner des Schlehen- und Holunderwegs hatten nach Abstimmung mit Bürgermeister Alexander Fleig beantragt, beide Straßen als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen. Die Verkehrsbehörde des Landratsamts hatte die örtlichen Gegebenheiten geprüft und mitgeteilt, dass es sich um einen Musterfall für die Einrichtung eines solchen Bereichs handle. Der Gemeinderat begrüßte die Einschätzung und stimmte der Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs einstimmig zu. Die Verwaltung wurde beauftragt, die erforderlichen Schritte einzuleiten.

Neue Beschilderung für den Amselweg

Der Gemeinderat stimmte dem Vorschlag der Verwaltung zu, den Amselweg zwischen Taubenstraße und Schwalbenstraße als Gehweg mit dem Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ auszuweisen. Damit soll der Vorrang der Fußgänger verdeutlicht werden. Radfahrer dürfen den Weg weiterhin nutzen, müssen dabei jedoch besondere Rücksicht auf die Fußgänger nehmen. Hintergrund sind wiederholte Beschwerden von Fußgängern sowie der Wunsch der dortigen Kindertageseinrichtung nach einer klaren Regelung.

Verkehrsspiegel an der Ausfahrt Beuchaer Straße

Zur Verbesserung der Sichtverhältnisse an der Ausfahrt der Beuchaer Straße auf die L 1106 wird ein Verkehrsspiegel angebracht. Dies beschloss der Gemeinderat. Eine gesonderte Genehmigung der Verkehrsbehörde ist hierfür nicht erforderlich. Der zuständige Straßenbaulastträger, vertreten durch das Straßenbauamt Besigheim, hat dem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt. Die Verantwortung für die Maßnahme liegt bei der Gemeinde Freudental.

Parkkonzept für die Gartenstraße

Nach den Beratungen im Juli hatte die Verwaltung ein Angebot für die Erarbeitung eines Parkkonzepts für die Gartenstraße eingeholt. Da die angebotenen Kosten höher als erwartet ausfielen, beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, weitere Angebote einzuholen, um eine wirtschaftlichere Lösung zu finden.

Weitere Gespräche zur Verkehrssituation in der Bachstraße

Die im Rahmen der Verkehrsschau vorgestellten Ergebnisse zur Bachstraße waren im Gemeinderat auf Kritik gestoßen. Insbesondere die vorgesehene Anordnung des Ortseingangsschildes wurde nicht als zielführend angesehen. Der Gemeinderat hatte deshalb darum gebeten, nochmals mit der Verkehrsbehörde über mögliche Alternativen zu sprechen.

Bürgermeister Alexander Fleig informierte, dass die Verkehrsbehörde grundsätzlich bereit sei, die vorgesehene Anordnung zurückzunehmen. Der Gemeinderat nahm diese Information zustimmend zur Kenntnis. Der Bürgermeister wird darüber hinaus nochmals das Gespräch mit den Anwohnern der Bachstraße suchen, um die Situation gemeinsam zu erörtern und gegebenenfalls weitere Lösungsansätze zu entwickeln.

Kanalisation Freudental – Vergabe von Kanalbefahrungen

Im Jahr 2027 stehen in Freudental zwei Kanalbefahrungen an, über deren Durchführung der Gemeinderat zu entscheiden hatte.

Gewährleistungsabnahme im Neubaugebiet „Alleenfeld“

Nach Ablauf der vierjährigen Gewährleistungsfrist muss die Kanalisation im Neubaugebiet „Alleenfeld“ mittels TV-Befahrung untersucht werden. Die Untersuchung muss vor dem 3. April 2027 erfolgen, damit mögliche Mängel noch innerhalb der Gewährleistungsfrist festgestellt werden können.

Die von den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen (SWBB) auf Grundlage einer aktuellen Ausschreibung ermittelte Kostenberechnung beläuft sich auf 12.810,74 Euro brutto. Die Erschließungsgemeinschaft „Alleenfeld“ hatte diesen Aufwand bereits im Jahr 2023 abgelöst und der Gemeinde hierfür 11.254,52 Euro brutto erstattet. Dieser Betrag ist bei der Gemeinde als Rückstellung vorhanden.

Kanalbefahrung im Bereich „Berg“

Darüber hinaus steht die nächste abschnittsweise Untersuchung des Freudentaler Kanalnetzes an. Vor einigen Jahren hatte man sich darauf verständigt, die Kanalbefahrungen und die sich daraus ergebenden Sanierungsmaßnahmen schrittweise durchzuführen. Dabei sollen insbesondere Schäden der Schadensklassen 0 und 1 behoben werden.

Als nächstes ist der Bereich „Berg“ mit den Straßen Weinstraße, Bergstraße, Lembergerweg, Trollingerweg und Am Steinbach vorgesehen. Auf Nachfrage aus dem Gemeinderat wird zusätzlich geprüft, ob auch die Besigheimer Straße einschließlich des dort verlaufenden Hauptsammlers in die Untersuchung aufgenommen werden kann. Die geschätzten Kosten für die Kanalbefahrung belaufen sich auf rund 19.000 Euro.

Bürgermeister Alexander Fleig erläuterte, dass die Aufwendungen im Jahr der Zahlung unmittelbar ergebniswirksam und damit auch für die Gebührenkalkulation relevant werden.

Beschluss

Der Gemeinderat stimmte beiden Kanalbefahrungen zu, die Anfang 2027 durchgeführt werden sollen. Die hierfür erforderlichen Mittel sind im Haushalt 2027 entsprechend einzuplanen.

Kläranlage Freudental – Vergabe von Maßnahmen

Der Gemeinderat stimmte zwei Erneuerungsmaßnahmen an der Kläranlage mit einer Gesamtsumme von 57.526,75 Euro brutto zu. Zu den vorgesehenen Arbeiten gehört unter anderem die Erneuerung der elektrischen Schalt- und Steuerungsanlage für den Rechen.

Die Verwaltung erläuterte, dass gemeinsam mit den Stadtwerken Bietigheim-Bissingen (SWBB) jährlich ein Investitionsprogramm für die kommenden drei bis fünf Jahre erarbeitet wird. Ziel ist es, die technischen Anlagen der Kläranlage kontinuierlich zu erneuern und dauerhaft in einem guten Zustand zu halten.

Aus den Reihen des Gemeinderats wurde zudem darauf hingewiesen, dass die erforderliche Betonsanierung am Regenüberlaufbecken nicht weiter aufgeschoben werden sollte. Diese Maßnahme soll bei der weiteren Investitionsplanung entsprechend berücksichtigt werden.

Neufassung der Verbandssatzung des Neckar-Energieverbands (NEV)

Der Gemeinderat stimmte der Neufassung zu und beauftragte den Bürgermeister in der kommenden Vertreterversammlung im November 2026 entsprechenden zu beschließen.

Sanierungsmaßnahme KiTa Taubenstraße – Feststellung der Schlussabrechnung

Die im Sommer durchgeführten Sanierungsarbeiten in der KiTa Taubenstraße konnten wie geplant abgeschlossen werden. Die Maßnahmen umfassten unter anderem die Sanierung des Sanitärbereichs sowie den Austausch der Bodenbeläge in zwei Gruppenräumen einschließlich des Einbaus neuer Trennwände. Die Schlussabrechnung beläuft sich auf insgesamt 61.481,52 Euro brutto. Damit konnte die Maßnahme kostenmäßig wie geplant umgesetzt werden. Die Finanzierung erfolgt über LUKIF-Mittel.

Allerdings musste die Verwaltung im Nachgang über einen Mangel im sanierten Sanitärbereich berichten: Sowohl die Waschrinne zum Händewaschen als auch die Toiletten für die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren wurden zu niedrig eingebaut. Gemeinsam mit den Planern und der ausführenden Firma werde derzeit nach einer geeigneten Lösung gesucht, um den Mangel zu beheben, so der Bürgermeister.

Annahme von Spenden

Der Gemeinderat stimmte der Annahme mehrerer Spenden zu.

Für das HvO-Projekt (Helfer vor Ort) der Freiwilligen Feuerwehr Freudental gingen Spenden in Höhe von insgesamt 1.450 Euro ein. Neben privaten Spendern unterstützten auch das Freudentaler Reisebüro und das Restaurant Stromberg das Projekt mit jeweils 500 Euro.

Darüber hinaus hatte die Firma EF GmbH aus Freudental beim Jubiläum der Kindertageseinrichtung Taubenstraße die Stromversorgung am Festtag übernommen. Die hierfür entstandenen Kosten in Höhe von 756,30 Euro wurden dem Veranstalter als Sachspende zur Verfügung gestellt.

Die Gemeinde Freudental bedankt sich bei allen Spenderinnen und Spendern herzlich für die großzügige Unterstützung und das Engagement für die örtliche Gemeinschaft.

Verschiedenes

Der Bürgermeister informierte den Gemeinderat, dass er sich nach den Diskussionen beim kommunalpolitischen Spaziergang und den im Nachgang eingegangenen Emails dazu entschlossen hat, die beiden Bäume (kleine Zieräpfel) am Bürgerhaus „Alte Kelter“ nicht zu fällen und durch neue zu ersetzen. Die Argumente, dass die Bäume gesund sind und zuletzt auch der Hitze getrotzt hatten sowie der Tatsache, dass neue Bäume erst wieder Aufwand verursachen, haben ihn überzeugt, seine Entscheidung wieder zurückzunehmen. Man müsse dann mit dem Thema „Dreck durch die kleinen Äpfel“ weiterhin leben, so der Bürgermeister.