Schulprojekt verbindet Erinnerungskultur mit Verantwortung für den Frieden 

Auf Initiative von Bürgermeister Alexander Fleig haben in dieser Woche zwölf Schülerinnen und Schüler der Klasse 10 der Kirbachschule gemeinsam mit ihrem Deutsch- und Geschichtslehrer Jochen Seiter das Kriegsgräberfeld auf dem Freudentaler Friedhof hergerichtet. Bei dem besonderen Schulprojekt standen nicht nur die Pflege der Grabstätten, sondern auch die Auseinandersetzung mit der Geschichte und die Bedeutung des Friedens im Mittelpunkt.

Zu Beginn erläuterte der Freudentaler Steinmetz Helmut Melchior den Jugendlichen, worauf bei der Reinigung der Namenssteine und Gedenkkreuze zu achten ist und wie diese fachgerecht durchgeführt wird. Dabei machte er deutlich, dass das Grabfeld nach der Pflege nicht neu aussehen müsse. Vielmehr gehe es darum, die Anlage wieder in einen gepflegten und würdigen Zustand zu versetzen.
Anschließend machten sich die Schülerinnen und Schüler mit Unterstützung von Hausmeister Marco Medrano-Nägele gemeinsam an die Arbeit. Sie reinigten die Steine, richteten diese wieder aus und betteten sie in ein neues Kiesbett. So wurde das Kriegsgräberfeld Schritt für Schritt wieder hergerichtet.

Während der Arbeiten kamen die Jugendlichen auch miteinander ins Gespräch und beschäftigten sich mit den Schicksalen der dort Bestatteten. Besonders nachdenklich stimmte sie, dass die Gefallenen zwischen 20 und 46 Jahre alt waren. Einer der Verstorbenen hätte sogar am Tag des Arbeitseinsatzes Geburtstag gehabt. Solche Erkenntnisse machten deutlich, dass hinter den Namen auf den Steinen einzelne Menschen und Lebensgeschichten stehen – Menschen, deren Leben durch den Krieg viel zu früh beendet wurde.

Zum Abschluss des Arbeitseinsatzes spendierte Bürgermeister Alexander Fleig den Jugendlichen Pizza. In gemeinsamer Runde wurde über die geleistete Arbeit, die Bedeutung solcher Gedenkstätten und den Umgang mit der Erinnerung gesprochen. Dabei ging es nicht allein darum, die Vergangenheit zu bewahren. Ebenso wichtig ist es, den Blick in die Zukunft zu richten und sich bewusst zu machen, wie wertvoll Frieden ist und welche Verantwortung jede Generation für dessen Erhalt trägt.

Die Schülerinnen und Schüler werden sich in den kommenden Tagen im Religions- und Ethikunterricht weiter mit diesen Fragen beschäftigen und einen eigenen Beitrag für die diesjährige Gedenkfeier zum Volkstrauertag vorbereiten. Diese findet am Sonntag, 15. November 2026, um 11.15 Uhr auf dem Freudentaler Friedhof statt. Die Jugendlichen möchten sich auch persönlich an der Gedenkfeier beteiligen und gemeinsam den Kranz niederlegen.

Das Projekt zeigt eindrücklich, wie durch praktisches Engagement Geschichte lebendig werden kann. Die Jugendlichen haben nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Pflege des Kriegsgräberfeldes geleistet, sondern sich zugleich mit den Folgen von Krieg, dem Wert des Lebens und der Bedeutung von Frieden auseinandergesetzt. Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, insbesondere den Schülerinnen und Schülern, ihrem Lehrer Jochen Seiter, dem Steinmetz Helmut Melchior und Hausmeister Marco Medrano-Nägele für ihre Unterstützung.