Nach dreieinhalb Jahren hatte Bürgermeister Alexander Fleig am vergangenen Freitagnachmittag wieder zu einem kommunalpolitischen Spaziergang eingeladen. Mit knapp 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war das Interesse erfreulich groß. An mehreren Stationen informierte der Bürgermeister über laufende Baumaßnahmen, aktuelle Entwicklungen und anstehende Aufgaben der Gemeinde.
Die erste Station führte zum Rathaus- und Schlossplatz. Beim letzten kommunalpolitischen Spaziergang hatte dort noch eine Baustellenbegehung im Rathaus stattgefunden. Im Anschluss waren die damaligen Entwürfe für die Neugestaltung des Rathaus- und Schlossplatzes vorgestellt worden. Inzwischen sind die Arbeiten in vollem Gange. Aufgrund verschiedener Rahmenbedingungen, insbesondere der Kostenentwicklung, fällt die Neugestaltung allerdings deutlich kleiner aus als ursprünglich vorgesehen. Bürgermeister Fleig erläuterte vor Ort die geplanten Maßnahmen und ging auch auf die Einrichtung der Einbahnstraße sowie die damit verbundenen verkehrlichen Verbesserungen ein. Die Kosten für die Neugestaltung belaufen sich auf rund 240.000 Euro. Da die Sanierungsmaßnahme „Ortskern II“ Ende 2026 ausläuft, besteht bei der Umsetzung zeitlicher Handlungsdruck. Die Maßnahme wird durch Sanierungsmittel gefördert; der kommunale Eigenanteil soll über Mittel aus dem Sondervermögen „LuKIF“ finanziert werden.
Weiter ging es zum Bürgerhaus „Alte Kelter“. Dort haben inzwischen die Arbeiten zur Sanierung des Veranstaltungsraums begonnen. Die Maßnahme war vor rund zehn Jahren aus Kostengründen zunächst zurückgestellt worden. Da noch Sanierungsmittel zur Verfügung stehen, soll die Gelegenheit nun genutzt werden, den Raum aufzuwerten. Geplant sind Verbesserungen beim Schallschutz, der Elektroinstallation und dem Sonnenschutz sowie weitere optische Aufwertungen. Eine besondere Neuerung wird die Installation einer Klimaanlage sein. Damit soll künftig auch an heißen Sommertagen ein angenehm kühler Raum mitten im Ort zur Verfügung stehen. Auch bei diesem Projekt sollen die verbleibenden Sanierungsmittel und LuKIF-Mittel zur Finanzierung beitragen.
An der Strombergstraße 14 informierte Bürgermeister Fleig über die aktuelle Entwicklung bei der Unterbringung von Geflüchteten. Die Zuweisungen sind zurückgegangen, und auch die Anschlussunterbringung funktioniert zunehmend wieder wie vorgesehen: Menschen mit Bleiberecht finden eigenen Wohnraum und können damit in eine selbstständige Wohnsituation wechseln. Die Gemeinde konnte deshalb bereits ein Objekt zurückgeben. Gleichzeitig erläuterte der Bürgermeister, warum es richtig und wichtig war, die Strombergstraße 14 neu zu bauen und das Gebäude in der Gartenstraße 1 entsprechend zu sanieren und umzubauen. Damit verfügt die Gemeinde zusammen mit der Weinstraße 28 über geeigneten Wohnraum, um auf unterschiedliche Entwicklungen und Bedarfe reagieren zu können.
Ein weiteres wichtiges Zukunftsprojekt ist die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses. Hier konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits die laufenden Bauarbeiten sehen. Bürgermeister Fleig erläuterte die Notwendigkeit zusätzlicher Lager- und Logistikflächen, die auch im Feuerwehrbedarfsplan dargestellt ist. Die Aufgaben der Feuerwehr haben sich in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Neben den klassischen Einsätzen muss sie zunehmend auch auf Krisensituationen wie Stromausfälle oder Starkregenereignisse vorbereitet sein. Hinzu kommt ein weiteres Fahrzeug: der Kommandowagen, der insbesondere auch für die Helfer vor Ort (HvO) eingesetzt wird. Die Arbeiten an der Bodenplatte laufen bereits; für die gesamte Bauzeit wird mit mindestens sechs Monaten gerechnet. Die Kosten belaufen sich auf rund 700.000 Euro. Das Land unterstützt das Vorhaben mit einem Zuschuss von 396.000 Euro. Der verbleibende kommunale Eigenanteil soll ebenfalls über LuKIF-Mittel finanziert werden.
Die letzte Station war die Grundschule. Dort konnten die Besucherinnen und Besucher einen Blick in den neu aufgestellten Container werfen, der zusätzlichen Schulraum schafft. Bürgermeister Fleig erläuterte die aktuellen und voraussichtlichen Schülerzahlen. Derzeit werden an der Grundschule sieben Klassen und rd. 110 Schüler unterrichtet. Aufgrund der Schülerentwicklung wird der zusätzliche Raum voraussichtlich auch in den kommenden Schuljahren benötigt.
Zum Abschluss nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, weitere Fragen an den Bürgermeister zu richten. Dabei ging es unter anderem um den Glasfaserausbau und den geplanten Dönerladen. Zum Glasfaserausbau musste Bürgermeister Fleig berichten, dass es derzeit keine neuen Informationen gibt. Er hoffe, dass die Telekom zeitnah in die Planungen einsteige. Mit einem Ausbau sei allerdings vor dem Jahr 2028 sicher nicht zu rechnen. Beim Dönerladen seien inzwischen alle Genehmigungen erteilt und die Einrichtung fertiggestellt. Der Bürgermeister hofft deshalb auf eine baldige Eröffnung.
Bürgermeister Alexander Fleig bedankte sich zum Abschluss bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für das große Interesse an den kommunalpolitischen Themen und der Weiterentwicklung Freudental. Der Spaziergang habe erneut gezeigt, wie wichtig der direkte Austausch zwischen Bürgerschaft und Gemeindeverwaltung ist.


